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Dekarbonisierungsstrategie für Unternehmen entwickeln

Leuchtend blauer Pfeil, der geschwungen nach unten zeigt – Symbol für die Reduktion von Emissionen.

Eine Dekarbonisierungsstrategie übersetzt Klimaziele in belastbare unternehmerische Entscheidungen. Sie zeigt, wo Emissionen entstehen, welche Reduktionshebel realistisch sind und wie daraus ein wirtschaftlich tragfähiger Absenkpfad bis Net Zero entsteht. Wir unterstützen Unternehmen bei der Entwicklung einer fundierten Dekarbonisierungsstrategie: von der Treibhausgasbilanz über Reduktionsziele und Maßnahmenbewertung bis zur operativen Umsetzung. Das Ergebnis ist eine Roadmap, die strategische Prioritäten, wirtschaftliche Machbarkeit und externe Anforderungen zusammenführt.

Was ist eine Dekarbonisierungsstrategie?

Eine Dekarbonisierungsstrategie ist ein strukturierter Fahrplan zur systematischen Reduktion von Treibhausgasemissionen. Anders als eine reine CO₂-Bilanz oder ein Nachhaltigkeitsbericht beantwortet sie vor allem drei praktische Fragen:

  • Wo entstehen die wesentlichen Emissionen?
  • Welche Reduktionsziele sind realistisch und sinnvoll?
  • Welche Maßnahmen leisten in welchem Zeitraum welchen Beitrag?

Das Ergebnis ist keine Absichtserklärung, sondern eine belastbare Entscheidungsgrundlage mit priorisierten Hebeln, Zwischenzielen und einem umsetzbaren Dekarbonisierungspfad. Ziel einer solchen Strategie ist es, Emissionen schrittweise so weit zu senken, dass ein Unternehmen langfristig Netto-Null erreichen kann.

Was bedeutet Net Zero bzw. Netto-Null?

Net Zero ist der international gebräuchliche Begriff für Netto-Null. Gemeint ist ein Zustand, in dem ein Unternehmen seine Treibhausgasemissionen so weit reduziert hat, dass verbleibende Restemissionen nur noch in begrenztem Umfang durch glaubwürdige Entnahmen ausgeglichen werden.

Für die Unternehmenspraxis heißt das: Reduktion steht im Vordergrund. Kompensation oder Neutralisierung ist kein Ersatz für einen belastbaren Dekarbonisierungspfad, sondern kommt erst dort in Betracht, wo Emissionen trotz aller Maßnahmen verbleiben.

Warum eine Dekarbonisierungsstrategie jetzt relevant ist

Strategische Vorteile einer Net-Zero-Strategie

  • Von der Bilanz zur Umsetzung: Eine Dekarbonisierungsstrategie übersetzt Emissionsdaten in priorisierte Maßnahmen, Investitionen und einen realistischen Absenkpfad.
  • CO₂-Preis als Kostentreiber: Die CO₂-Bepreisung macht fossile Energieverbräuche schrittweise teurer und verstärkt den Anreiz, Emissionen systematisch zu senken.
  • Lieferkette und Wettbewerb: Instrumente wie der Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) machen Emissionsdaten und belastbare Reduktionspfade in betroffenen Lieferketten wirtschaftlich relevanter.
  • Finanzierung und Förderung: Eine belastbare Dekarbonisierungsstrategie erleichtert die Vorbereitung von Finanzierungsgesprächen und ist in einzelnen Förderprogrammen konkrete Voraussetzung – etwa in Deutschland beim KfW-Programm 292 für große Unternehmen oder in der Schweiz beim ITINERO-Förderprogramm, das gemäß Klima- und Innovationsgesetz (KIG) einen Netto-Null-Fahrplan voraussetzt.

Rechtliche Vorgaben zu Dekarbonisierung

  • EU — Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD): Für große Unternehmen wird die Offenlegung von Klimazielen, Maßnahmen und einem möglichen Klimaschutz-Transitionsplan verpflichtend; besteht kein Plan, ist offenzulegen, ob und wann ein solcher eingeführt werden soll.
  • EU — Leitlinien der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA): Kreditinstitute müssen ab 2026 ESG-Risiken systematisch steuern und dafür spezifische Pläne im Sinne eines transition planning entwickeln. Dadurch wird auch die Transformations- und Dekarbonisierungsfähigkeit von Unternehmen im Finanzierungsumfeld relevanter.
  • Schweiz — Verordnung über die Berichterstattung über Klimabelange (KlimaVO): Bestimmte große Unternehmen müssen klimabezogene Informationen offenlegen; dazu gehört auch ein Transitionsplan, der mit den Schweizer Klimazielen vergleichbar ist. Fehlt ein entsprechendes Konzept, gilt Comply or Explain.
  • Schweiz — CO₂-Gesetz: Unternehmen mit einer Verminderungsverpflichtung müssen dem Bund einen Dekarbonisierungsplan einreichen und alle drei Jahre aktualisieren. Der Plan ist Teil der Anforderungen für die Befreiung von der CO₂-Abgabe.

Unser Service: So entwickeln wir Ihre Dekarbonisierungsstrategie

Icon von Flipchart mit Grafik und Text

Emissionen erfassen und Hotspots identifizieren

Eine belastbare Datengrundlage entsteht, wenn Sie eine CO₂-Bilanz für Unternehmen erstellen lassen. Wir analysieren Ihre Emissionen in Scope 1, 2 und 3 nach dem Greenhouse Gas Protocol und/oder nach ISO 14064 und identifizieren die wesentlichen Emissionsquellen, Hebel und Prioritäten für die weitere Strategieentwicklung.

Icon mit dem Wort CO2 in einer Wolke, darunter ein Pfeil als Symbol für Emissionsreduktion.

Reduktionsziele und Zielarchitektur festlegen

Auf Basis der Emissionsanalyse entwickeln wir ein Zielsystem, das regulatorische Anforderungen, Stakeholder-Erwartungen und unternehmerische Ambition zusammenführt. Wo sinnvoll, richten wir die Zielarchitektur an anerkannten Rahmenwerken wie der Science Based Targets Initiative (SBTi) aus.

Icon eines Solarpanels

Maßnahmen bewerten und Absenkpfad entwickeln

Wir übersetzen Ziele in konkrete Handlungsoptionen und bewerten Maßnahmen nach Emissionswirkung, Wirtschaftlichkeit, Umsetzbarkeit und zeitlicher Realisierbarkeit. So entsteht ein priorisierter Dekarbonisierungspfad mit klaren Zwischenzielen und belastbaren Entscheidungsgrundlagen.

Was Sie am Ende mit Ihrer Dekarbonisierungsstrategie erhalten

  • eine strukturierte Analyse Ihrer Emissionsquellen über Scope 1 bis 3
  • die Identifikation der wesentlichen Hotspots und Reduktionshebel
  • ein Zielbild mit kurz-, mittel- und langfristigen Reduktionszielen
  • einen priorisierten Maßnahmenfahrplan mit wirtschaftlicher Einordnung
  • einen realistischen Absenkpfad bis Net Zero
  • bei Bedarf einen anschlussfähigen Transitionsplan für Reporting, Finanzierung und Stakeholder-Kommunikation

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Von der Dekarbonisierungsstrategie in die Umsetzung

Eine Dekarbonisierungsstrategie schafft nur dann echten Mehrwert, wenn sie in die Umsetzung kommt. Deshalb unterstützen wir Unternehmen nicht nur bei der Entwicklung von Zielen und Maßnahmen, sondern auch bei der operativen Verankerung im Alltag.

Dazu gehören unter anderem:

  • Monitoring: Wir messen Fortschritte entlang definierter Zwischenziele und gleichen Emissionsdaten regelmäßig mit den gesetzten Zielen ab.
  • Steuerung: Wir überprüfen den Dekarbonisierungspfad laufend und passen ihn bei veränderten Rahmenbedingungen an.
  • Reporting: Wir bereiten Ziele, Maßnahmen und Ergebnisse so auf, dass sie intern steuerbar und extern belastbar kommunizierbar sind.
  • Kompensation: Wir bewerten verbleibende Restemissionen und ordnen geeignete Kompensations- oder Neutralisierungsansätze sachgerecht ein.

Für welche Unternehmen eine Dekarbonisierungsstrategie besonders relevant ist

Diese Leistung ist besonders relevant für Unternehmen, die

  • eine Zielvereinbarung zur Emissionsreduktion zwecks Befreiung von der CO2-Abgabe haben (Schweiz),
  • sich auf klimabezogene Berichtspflichten vorbereiten,
  • einen Klima- oder Transitionsplan aufbauen möchten,
  • von Banken, Investor:innen oder Kund:innen zu Emissionsdaten und Reduktionszielen angefragt werden,
  • bereits eine Treibhausgasbilanz haben, aber noch keinen priorisierten Maßnahmenpfad,
  • oder hohe Scope-3-Anteile in Einkauf, Logistik oder Wertschöpfungskette adressieren müssen.

Dekarbonisierungsstrategie jetzt angehen

Wir unterstützen Sie dabei, aus Emissionsdaten einen realistischen Absenkpfad und einen belastbaren Maßnahmenplan zu entwickeln – fachlich fundiert, regulatorisch anschlussfähig und operativ umsetzbar.

Ihre Ansprechpersonen rund um Dekarbonisierungsstrategien

Leiterin Team Ökobilanzierung

Eveline Volkart

Senior Consultant

Dr. Johanna Pohl