Klimawaldprodukte
Die Metastudie von intep im Auftrag des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg zeigt, dass der Klimawandel den Wald und die Holzwertschöpfungskette bereits heute grundlegend verändert. Um das starke Cluster Forst-Holz zukunftsfähig zu erhalten, analysiert die Studie die künftige Entwicklung von Klimawaldprodukten und identifiziert konkrete Handlungsfelder für alle Akteure entlang der Wertschöpfungskette.
Fast die Hälfte der Waldfläche Baden-Württembergs gilt heute als deutlich geschädigt, und das Rohholzaufkommen wird bis 2052 in beiden modellierten Szenarien sinken. Besonders betroffen ist die Fichte, die bislang das Rückgrat der Holzwirtschaft bildete. Gleichzeitig nehmen Laubholzarten deutlich zu: Rund 73 % der nachwachsenden Bäume im Gesamtwald von Baden-Württemberg sind Laubbäume. Diese Verschiebung stellt die gesamte Wertschöpfungskette vor neue Anforderungen, da von der Forstwirtschaft bis in den Holzbau eine hohe Abhängigkeit von Nadelholz besteht.
Die Studie macht sichtbar, dass die Branche auf diese Veränderungen noch nicht ausreichend vorbereitet ist. Laubholz fließt trotz steigendem Einschlagsvolumen mehrheitlich in die energetische Verwertung, obwohl aus technischer Perspektive ein deutlich höherer stofflicher Einsatz möglich wäre. Normierungslücken, höhere Verarbeitungskosten und fehlende Absatzmärkte bremsen die Umstellung. Hinzu kommt, dass der künftige Rückgang des Nadelholzaufkommens bei vielen nachgelagerten Akteuren noch nicht ausreichend angekommen ist.
Die Studie zeigt aber auch klare Wege nach vorne. Zu den wirkungsvollsten Maßnahmen zählen die Weiterentwicklung der Holzstoffströme mit Fokus auf kaskadischer und langfristiger Nutzung, die systematische Erschliessung von Substitutionspotenzialen für Nadelholz sowie die Stärkung der Rahmenbedingungen für Investitionen in zukunftsfähige Holzarten. Ergänzt werden diese durch den Ausbau von Verarbeitungskapazitäten, die Förderung von kreislauffähigem Bauen und eine breit angelegte Sensibilisierung der Akteure. Damit kann das Cluster Forst-Holz in Baden-Württemberg auch unter veränderten Waldbedingungen wettbewerbsfähig bleiben.
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Ihre Ansprechperson
Jonathan Graf
Leiter Bereich Sozioökonomie
Dr. Christian Schmid