SBTi: die Initiative für wissenschaftsbasierte Klimaziele
Die SBTi, die Science Based Targets initiative, ist der weltweit wichtigste Rahmen für wissenschaftsbasierte Klimaziele von Unternehmen. Dieser Ratgeber erklärt, wie die Initiative funktioniert, was der neue Corporate Net-Zero Standard 2.0 ändert und wie Unternehmen Schritt für Schritt zu einem validierten Ziel kommen.

Inhaltsverzeichnis
- Was ist die SBTi? Definition und Trägerorganisationen
- Warum Science Based Targets für Unternehmen zählen
- Welche SBTi-Standards gibt es? Überblick nach Zielgruppe
- Scope 1, 2 und 3: welche Emissionen die SBTi einbezieht
- Der Corporate Net-Zero Standard 2.0: die wichtigsten Neuerungen
- SBTi-Ziele setzen: der Ablauf in fünf Schritten
- SBTi für den Mittelstand: der vereinfachte KMU-Weg
- Häufige Fragen zur SBTi
1. Was ist die SBTi? Definition und Trägerorganisationen
Die Science Based Targets initiative (SBTi) ist eine internationale Initiative, die Unternehmen und Finanzinstitute dabei unterstützt, wissenschaftsbasierte Klimaziele zu setzen. „Wissenschaftsbasiert“ bedeutet: Die Ziele orientieren sich an dem, was die Klimaforschung für die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 °C verlangt, festgehalten im Pariser Klimaabkommen.
Partner der SBTi sind fünf Organisationen:
- CDP (Carbon Disclosure Project)
- UNGC (United Nations Global Compact)
- We Mean Business Coalition
- WRI (World Resources Institute)
- WWF (World Wide Fund for Nature)
Gemeinsam entwickeln sie Standards, Kriterien und Werkzeuge, mit denen Unternehmen ihre Treibhausgasemissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette reduzieren.
Der Kern des Prinzips: Ein Unternehmen legt nicht selbst fest, was ein ausreichend ambitioniertes Klimaziel ist. Stattdessen prüft die Science Based Targets initiative das Ziel gegen wissenschaftliche Vorgaben und bestätigt es bei Erfolg. Diese unabhängige Validierung schafft Vergleichbarkeit und Vertrauen gegenüber Investor:innen, Kund:innen und Geschäftspartnern.
2. Warum Science Based Targets für Unternehmen zählen
Wissenschaftsbasierte Klimaziele erfüllen mehr als eine ökologische Funktion. Immer mehr Investor:innen, Kund:innen und Geschäftspartner erwarten belegbare Reduktionsziele statt allgemeiner Absichtserklärungen. Ein von der SBTi validiertes Ziel liefert diesen Nachweis und verschafft Unternehmen einen messbaren Vorteil.
Wie groß dieser Vorteil ausfällt, zeigt der Report der Science Based Targets initiative „The Impact of Setting Science-Based Targets on Businesses“. Für die Studie wurden 171 Unternehmen mit validierten Zielen befragt:
- 91 % berichten von einem insgesamt positiven Effekt auf ihr Geschäft
- 95 % verzeichnen eine gestärkte Reputation
- 86 % beschleunigen ihre Dekarbonisierung
- 80 % verbessern ihre strategische Ausrichtung und langfristige Vision
- 76 % gewinnen an Vertrauen bei Investor:innen
Diese Wirkung erklärt die Dynamik am Markt: 2025 stieg die Zahl der Unternehmen mit validierten Zielen um 40 %, im Januar 2026 überschritt sie weltweit die Marke von 10.000.
Über den Nachweis nach außen hinaus liefert ein SBTi-Ziel auch inhaltlich einen Mehrwert. Es übersetzt das langfristige Klimaziel in einen konkreten Reduktionspfad und hilft so, die richtigen Maßnahmen zu priorisieren, etwa im Rahmen einer Dekarbonisierungsstrategie.
Für viele Unternehmen kommt ein regulatorischer Treiber hinzu. Wer nach CSRD berichtet oder einen Transitionsplan erstellt, kann ein SBTi-Ziel als wissenschaftlich fundierte Grundlage für Klimastrategie und Berichterstattung nutzen.
3. Welche SBTi-Standards gibt es? Überblick nach Zielgruppe
Bevor ein Unternehmen den passenden Rahmen wählt, lohnt der Blick auf die Systematik der SBTi. Sie stellt drei Arten von Ressourcen bereit: Standards, Kriterien und Leitlinien. Standards definieren die Anforderungen an wissenschaftsbasierte Klimaziele, Kriterien legen fest, wie Ziele geprüft werden, und Leitlinien unterstützen bei der praktischen Umsetzung. Welche Ressource gilt, richtet sich nach Unternehmenstyp und Branche:
| Zielgruppe | Relevante SBTi-Ressource |
|---|---|
| Die meisten Unternehmen | Corporate Net-Zero Standard (inkl. Version 2.0), Corporate Near-Term Criteria |
| Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) | SME Target Validation Route (vereinfachtes Validierungsverfahren) |
| Finanzinstitute (≥ 5 % Umsatz aus Finanzaktivitäten) | Financial Institutions Near-Term Criteria, Financial Institutions Net-Zero Standard |
| Emissionsintensive Branchen | Sektorspezifische Vorgaben und Leitlinien (z. B. Stahl, Zement, Luftfahrt, FLAG) |
Für die meisten Unternehmen ist der Corporate Net-Zero Standard der zentrale Rahmen. Bevor es um seine Anforderungen geht, lohnt ein Blick darauf, welche Emissionen ein SBTi-Ziel überhaupt umfasst.
4. Scope 1, 2 und 3: welche Emissionen die SBTi einbezieht
Ein wissenschaftsbasiertes Ziel, ein Science Based Target, deckt die Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette ab. Diese Emissionen gliedert die SBTi nach dem Greenhouse Gas Protocol in drei Bereiche, die sogenannten Scopes:
- Scope 1: direkte Emissionen aus eigenen Quellen, etwa aus Verbrennungsprozessen, Firmenfahrzeugen oder eigener Wärmeerzeugung.
- Scope 2: indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie, also Strom, Fernwärme und Kälte.
- Scope 3: alle übrigen indirekten Emissionen entlang der Wertschöpfungskette, vor- und nachgelagert, von eingekauften Rohstoffen über Logistik bis zur Nutzung und Entsorgung der Produkte.
Diese Einteilung ist die gemeinsame Grundlage aller SBTi-Standards und damit auch des Corporate Net-Zero Standards, dessen Anforderungen darauf aufbauen. Bei den meisten Unternehmen entfallen die größten Mengen auf die Scope-3-Emissionen, die damit über die Glaubwürdigkeit eines Ziels entscheiden und zugleich am schwierigsten zu erfassen sind.
5. Der Corporate Net-Zero Standard 2.0: die wichtigsten Neuerungen
Am 11. Juni 2026 hat die SBTi die Version 2.0 des Corporate Net-Zero Standards (CNZS) veröffentlicht, auch kurz CNZS V2 oder einfach SBTi V2 genannt. Sie baut auf dem bisherigen Rahmen auf, verschiebt den Fokus aber deutlich: weg von der reinen Zielsetzung, hin zur Umsetzung, zur Fortschrittsmessung und zur Verankerung der Klimaziele in Strategie und Governance. Die wissenschaftliche Grundlage bleibt erhalten, die Anwendung wird praxisnäher.
Fristen und Übergang bis 2028
SBTi V2 ist veröffentlicht, tritt aber erst am 1. Februar 2027 in Kraft; ab dem 1. Februar 2028 ist die neue Version für alle neuen Zieleinreichungen verpflichtend. In der Übergangsphase dazwischen können Ziele nach Version 1.3.1 oder Version 2.0 eingereicht werden. Der Druck, auf die neue Version zu warten, ist dabei gering: Viele Neuerungen der Version 2.0 gelten über Übergangsregelungen bereits unter Version 1, die Details regelt die Übergangsleitlinie der SBTi. Bis Februar 2028 gilt, je nach Ausgangslage:
- Unternehmen, die vor 2028 Ziele setzen oder aktualisieren: sollen die Zielsetzung nicht hinauszögern und können bis Ende Januar 2028 nach Version 1.3.1 einreichen. Das gilt ausdrücklich auch für Unternehmen, die sich bereits verpflichtet haben und nach Version 1 planen: Sie müssen nicht umschwenken. Die Ziele gelten für den vollen Zyklus; der Wechsel auf Version 2.0 folgt im nächsten Zyklus.
- Unternehmen, deren bestehende Ziele bis 2030 oder später laufen: haben jetzt keinen Handlungsbedarf. Sie behalten ihre aktuellen Ziele und planen den nächsten Zyklus, 2030 bis 2035, ab 2028 nach Version 2.0.
Ab dem 1. Februar 2028 gilt Version 2.0 dann verbindlich für alle neuen Zieleinreichungen.

Zieltypen: was sich mit SBTi V2 ändert
Der CNZS V2 verändert die Ziellogik grundlegend. Die bisherige Version 1.3.1 beschrieb, aus welchen Bestandteilen sich ein einzelnes Netto-Null-Ziel zusammensetzt. Version 2.0 löst sich von dieser Sicht und stellt stattdessen drei eigenständige Zieltypen nebeneinander:
| Version 1.3.1 | Version 2.0 |
|---|---|
| Ein Netto-Null-Ziel besteht aus vier Elementen: Near-Term-Ziel (5 bis 10 Jahre) Long-Term-Ziel (bis 2050) Neutralisierung der Restemissionen Beyond Value Chain Mitigation (BVCM) | Drei Zieltypen stehen im Mittelpunkt: Near-Term-Ziele (5 Jahre) Long-Term-Ziele (bis 2050) Net-Zero-Ziele: verbinden Near-Term und Long-Term und ergänzen die Neutralisierung |
Der Near-Term-Zeitraum ist in SBTi V2 auf einheitlich fünf Jahre festgelegt, statt der bisherigen fünf bis zehn Jahre. Den Gedanken hinter BVCM, einen Klimabeitrag außerhalb der eigenen Wertschöpfungskette, führt Version 2.0 in der Ongoing Emissions Responsibility weiter, die der Abschnitt weiter unten erläutert.
Neu ist zudem, dass diese Ziele getrennt je Emissionsbereich gesetzt werden, statt Scope 1 und Scope 2 wie bisher zusammenzufassen. Darüber hinaus ändert sich, wann ein Ziel verpflichtend ist: Neben Zieltyp und Scope entscheidet nun auch die Unternehmenskategorie darüber. Die Verpflichtungen nach CNZS V2 im Überblick:
| Zieltyp | Scope 1 | Scope 2 | Scope 3 |
|---|---|---|---|
| Near-Term-Ziele (5 Jahre) | verpflichtend | verpflichtend | verpflichtend für Kategorie A |
| Long-Term-Ziele (bis spätestens 2050) | je nach Zielsetzungsmethode | optional | optional |
| Net-Zero-Ziele | optional; kombinieren Near-Term- und Long-Term-Ziele über alle Scopes und ergänzen sie um die dauerhafte Neutralisierung der Restemissionen im Zieljahr | ||
Für Scope 3 unterscheidet Version 2.0 nach Unternehmenskategorie:
- Kategorie A: große Unternehmen und mittlere Unternehmen in einkommensstarken Ländern.
- Kategorie B: kleine Unternehmen und mittlere Unternehmen in einkommensschwächeren Ländern.
Wo Scope 3 einbezogen wird, muss ein Near-Term-Ziel alle Kategorien abdecken, die einzeln mindestens 5 % der gesamten Scope-3-Emissionen ausmachen.
Netto-Null-Ziel: 90 % Reduktion, dauerhafte Neutralisierung
Was Netto-Null im Kern bedeutet, ändert sich nicht: Ein Unternehmen reduziert seine Emissionen über alle drei Scopes bis zum Zieljahr um mindestens 90 %. Die verbleibenden Restemissionen gleicht es nicht rechnerisch aus, sondern neutralisiert sie dauerhaft über Removals, entfernt also die entsprechende Menge CO₂ aus der Atmosphäre und bindet sie langfristig.
Neu sind die Anforderungen an diese Neutralisierung: Version 2.0 verlangt, dass Restemissionen langlebiger Treibhausgase wie CO₂ auch mit langlebigen Entnahmen neutralisiert werden, also mit einer Speicherung über Jahrhunderte bis Jahrtausende.

Transitionspläne und kontinuierliche Fortschrittsmessung
Unternehmen legen künftig in einem Transitionsplan dar, mit welchen Maßnahmen sie ihre Ziele erreichen wollen. Statt einer einmaligen Zielsetzung tritt eine laufende Bewertung: Fortschritte werden jährlich berichtet, am Ende eines Zielzyklus steht eine Gesamtbewertung, das End-of-cycle Assessment. Eine Umsetzungshierarchie hilft, die Reduktion im eigenen Betrieb und in der Lieferkette zu priorisieren.
Dabei gilt ein Prinzip des besten Bemühens (best-effort basis): Unternehmen setzen ihre Ziele so weit wie möglich um und legen die zentralen Annahmen und Abhängigkeiten offen.
Ongoing Emissions Responsibility (OER)
Auch auf dem Weg zu Netto-Null verursacht ein Unternehmen weiter Emissionen. Für diese laufenden Emissionen führt Version 2.0 die Ongoing Emissions Responsibility (OER) ein: ein freiwilliges Anerkennungsprogramm, über das Unternehmen zusätzlich Verantwortung übernehmen, etwa durch ergänzende Klimaschutzfinanzierung. Die OER führt damit den Gedanken der bisherigen Beyond Value Chain Mitigation weiter. Die Anerkennung erfolgt auf drei Stufen, je nach Anteil der abgedeckten laufenden Emissionen:
- Engaged: deckt mindestens 1 % der laufenden Emissionen über alle drei Scopes ab.
- Advanced: deckt Scope 1 und 2 vollständig ab, insgesamt mindestens 10 % der laufenden Emissionen.
- Leadership: deckt die gesamten laufenden Emissionen über alle drei Scopes ab.
Bis 2035 bleibt das Programm freiwillig, danach müssen Kategorie-A-Unternehmen anerkannte CO₂-Entnahmen unterstützen. Wichtig: OER ersetzt keine Emissionsreduktion. Unternehmen müssen ihre Scope-1-, Scope-2- und relevanten Scope-3-Emissionen weiter konsequent senken. OER ergänzt eine glaubwürdige Netto-Null-Strategie, tritt aber nicht an ihre Stelle.
6. SBTi-Ziele setzen: der Ablauf in fünf Schritten
Wer die Zieltypen kennt, kann den Weg zum validierten Ziel angehen. Er führt über fünf Schritte:
- Commitment: Das Unternehmen meldet sich bei der SBTi an und verpflichtet sich, ein wissenschaftsbasiertes Ziel zu entwickeln.
- Emissionen bilanzieren: Grundlage für seriöse Klimaziele ist eine Treibhausgasbilanz, die Emissionen über Scope 1, 2 und 3 erfasst. Wer eine CO₂-Bilanz für ein Unternehmen erstellen will, nutzt dafür meist die ISO 14064 oder das GHG Protocol, die sich in Aufbau und Anwendung unterscheiden.
- Ziel entwickeln: Auf Basis der Emissionsdaten berechnet das Unternehmen seinen Reduktionspfad, abgestimmt auf das 1,5-Grad-Ziel.
- Validierung: Das Unternehmen reicht das Ziel bei SBTi Services ein, wo es gegen die Kriterien geprüft wird.
- Umsetzung und Kommunikation: Nach erfolgreicher Prüfung wird das Ziel veröffentlicht. Das Unternehmen setzt seinen Reduktionspfad um und berichtet jährlich über den Fortschritt.

7. SBTi für den Mittelstand: der vereinfachte KMU-Weg
Kleine und mittlere Unternehmen haben oft weniger Ressourcen für aufwendige Klimabilanzen. Dafür bietet die SBTi einen eigenen, vereinfachten Weg, die SME-Route. Wer die Kriterien erfüllt, kann zwischen dieser SME-Route und dem regulären Corporate-Weg wählen.
Was den KMU-Weg einfacher macht
Die SME-Route nimmt kleineren Unternehmen mehrere Hürden ab:
- Keine separate Commitment-Phase: KMU überspringen die öffentliche Selbstverpflichtung und setzen direkt ihr Ziel.
- Kein verpflichtendes Scope-3-Ziel: Ein Scope-3-Ziel ist nicht erforderlich, KMU müssen ihre Scope-3-Emissionen aber messen und reduzieren.
- Schlankeres Verfahren: Der Prozess von der Einreichung bis zur Veröffentlichung dauert meist rund 60 Werktage.
Wer als KMU gilt
Ob ein Unternehmen die SME-Route nutzen darf, richtet sich nach festen Kriterien. Vier Grundbedingungen müssen alle erfüllt sein:
- weniger als 10.000 Tonnen CO₂ in Scope 1 und Scope 2,
- keine Zugehörigkeit zum Finanz- oder Öl-und-Gas-Sektor,
- keine Pflicht zu sektorspezifischen Kriterien,
- keine Konzernmutter, deren Gesamtgeschäft dem regulären Weg unterliegt.
Zusätzlich müssen mindestens drei der folgenden vier Schwellen zutreffen:
- weniger als 250 Beschäftigte,
- unter 50 Millionen Euro Umsatz,
- unter 25 Millionen Euro Bilanzsumme,
- keine Tätigkeit in einem verpflichtenden Sektor der Land- und Forstwirtschaft.
Die Schwellen gelten für die gesamte Unternehmensgruppe, sodass kleine Töchter großer Konzerne die SME-Route in der Regel nicht nutzen können. Sie sind an die CSRD-Definition angelehnt.
Praxisbeispiel: das Netto-Null-Ziel von intep
Ein Beispiel für die Anwendung der SME-Route ist intep. Als mittelständisches Unternehmen hat intep die vereinfachte SME-Route genutzt und ein an 1,5 °C ausgerichtetes Netto-Null-Ziel bis 2040 gesetzt, das die SBTi validiert hat. Basisjahr ist 2022:
- Kurzfristiges Ziel: minus 42 % bei Scope 1 und 2 bis 2030, dazu Messung und Reduktion von Scope 3.
- Langfristiges Ziel: minus 98 % über Scope 1, 2 und 3 bis 2040.
- Netto-Null 2040: die verbleibenden 2 % werden neutralisiert, ohne Kompensation über Zertifikate.
Der Schwerpunkt liegt dabei auf Scope 3, wo die meisten Emissionen anfallen, vor allem durch eingekaufte Güter und Dienstleistungen sowie Geschäftsreisen. Das Ziel ist im SBTi-Target-Dashboard einsehbar, dort lässt sich „intep“ oder die SBTi-ID 40014015 in die Suche eingeben.
Wissenschaftsbasierte Klimaziele mit intep
Der Weg zu einem validierten SBTi-Ziel führt über eine belastbare Treibhausgasbilanz, einen wissenschaftlich fundierten Reduktionspfad und die Begleitung durch das Validierungsverfahren. intep unterstützt Unternehmen in diesen Schritten.
8. Häufige Fragen zur SBTi
Der Zeitrahmen hängt vor allem von der Vorbereitung ab, also davon, wie schnell ein Unternehmen seine Treibhausgasbilanz erstellt. Die eigentliche Prüfung durch SBTi Services dauert für Unternehmen üblicherweise rund 40 Werktage. Über die vereinfachte SME-Route umfasst der gesamte Ablauf von der Einreichung bis zur Veröffentlichung meist etwa 60 Werktage.
Für die Validierung fällt eine Gebühr bei SBTi Services an, deren Höhe sich nach Unternehmensgröße und Validierungsweg richtet. Für kleine und mittlere Unternehmen ist die SME-Route deutlich günstiger als der reguläre Corporate-Weg. Die aktuellen Gebühren veröffentlicht SBTi Services in einem eigenen Preisverzeichnis.
Das hängt von der Unternehmenskategorie ab. Kategorie-A-Unternehmen setzen gemäß CNZS V2 ein getrenntes Scope-3-Ziel, das alle Kategorien abdeckt, die einzeln mindestens 5 % der gesamten Scope-3-Emissionen ausmachen. Für Kategorie-B-Unternehmen und über die SME-Route ist ein Scope-3-Ziel optional, die Emissionen müssen aber gemessen und reduziert werden.
Nein, die Teilnahme an der SBTi ist freiwillig und keine gesetzliche Pflicht. Zunehmend verlangen aber Kund:innen, Investor:innen und große Auftraggeber in der Lieferkette wissenschaftsbasierte Ziele von ihren Partnern. Für viele Unternehmen wird ein SBTi-Ziel dadurch faktisch zur Voraussetzung im Wettbewerb.
Nein, die CSRD schreibt kein SBTi-Ziel vor. Der Berichtsstandard ESRS E1 verlangt aber einen Transitionsplan mit Klimazielen, die am 1,5-Grad-Pfad ausgerichtet sind. Ein SBTi-validiertes Ziel gilt als anerkannter Weg, diese Anforderung methodisch zu erfüllen. Es ersetzt die CSRD-Berichterstattung nicht, deckt aber einen wesentlichen Teil der Zielanforderungen ab.
Der Corporate Net-Zero Standard 2.0 verschiebt den Fokus von der Zielsetzung auf die Umsetzung. Neu sind drei eigenständige Zieltypen mit getrennten Zielen für Scope 1, 2 und 3, Verpflichtungen je nach Unternehmenskategorie und einheitliche Fünf-Jahres-Ziele. Hinzu kommen ein verpflichtender Transitionsplan, die jährliche Fortschrittsmessung mit End-of-cycle Assessment sowie die Ongoing Emissions Responsibility. SBTi V2 wurde am 11. Juni 2026 veröffentlicht und ist ab dem 1. Februar 2028 für alle neuen Zieleinreichungen verpflichtend.
Nein, eine SBTi-Zertifizierung im klassischen Sinn gibt es nicht. Die SBTi zertifiziert nicht, sie validiert: Sie prüft, ob ein Ziel ihren wissenschaftsbasierten Kriterien entspricht, und veröffentlicht es bei Erfolg. Statt eines Zertifikats bestätigt die Validierung die wissenschaftliche Fundierung des Ziels.
Kompensation gleicht eigene Emissionen rechnerisch über anderswo vermiedene Emissionen aus, etwa durch gekaufte Zertifikate. Das bereits ausgestoßene CO₂ bleibt dabei in der Atmosphäre. Neutralisierung im SBTi-Sinn verlangt dagegen Removals, also die dauerhafte Entnahme einer gleich großen CO₂-Menge aus der Atmosphäre. Nur diese echte Entnahme darf die verbleibenden Emissionen eines Netto-Null-Ziels ausgleichen.
SBTi-Ziele sind an den wissenschaftlichen Pfaden zur Begrenzung der Erwärmung auf 1,5 °C ausgerichtet. Seit Version 2.0 gibt es kein schwächeres 2-Grad-Niveau mehr, alle Ziele orientieren sich an 1,5 °C. Sie leisten damit einen Beitrag zu diesem globalen Ziel, sind aber keine Garantie, dass es erreicht wird, denn das hängt vom Handeln aller Akteure weltweit ab.
Die SBTi widmet sich ausschließlich dem Klima, also der Reduktion von Treibhausgasemissionen. Die Science Based Targets Network (SBTN) ist eine eigenständige Organisation, die wissenschaftsbasierte Ziele auf weitere Naturbereiche ausweitet, etwa Süßwasser, Land, Ozean und Biodiversität. Beide arbeiten zusammen, die SBTi bildet den Klima-Baustein innerhalb des breiteren SBTN-Rahmens.
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