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Kommunale Wärmeplanung

Weißer Plattenheizkörper an einer rohen Betonwand mit sichtbarem Thermostatventil und Heizungsrohr – Symbol für Wärmeversorgung in Gebäuden.

Wärmeplanung, Quartierskonzepte und BEW-Machbarkeitsstudien: Schritt für Schritt von der Strategie zur Umsetzung.

Mit dem Ausstieg aus fossilen Energieträgern schaffen Gemeinden und Stadtwerke die Basis für Versorgungssicherheit und langfristige Wirtschaftlichkeit. Im Wärmesektor ist die kommunale Wärmeplanung die strategische Grundlage dafür. Integrierte energetische Quartierskonzepte und BEW-Machbarkeitsstudien setzen dort an, wo die Umsetzung konkret wird: im Quartier und am Wärmenetz. Wir begleiten Sie von der ersten Analyse bis zur umsetzbaren Strategie.

Was ist eine kommunale Wärmeplanung?

Die kommunale Wärmeplanung (kWP) ist ein strategisches Planungsinstrument, das im Wärmeplanungsgesetz (WPG) verankert ist. Kommunen zeigen damit auf, wie sich die Wärmeversorgung in ihrem Gemeindegebiet bis 2045 klimaneutral gestalten lässt. Für Kommunen ab 100.000 Einwohner:innen ist sie bis zum 30. Juni 2026 verpflichtend, für alle übrigen bis zum 30. Juni 2028. Die kWP

  • analysiert den Ist-Zustand der Wärmeversorgung (Bestandsanalyse),
  • identifiziert Potenziale für eine dekarbonisierte, bezahlbare und krisensichere Versorgung (Potenzialanalyse) und
  • legt eine Transformationsstrategie mit passgenauen Maßnahmen auf Gebietsebene fest.

Als nächste Schritte im Transformationsprozess folgen häufig das integrierte energetische Quartierskonzept (IEQK) und die Machbarkeitsstudie für Wärmenetze (BEW Modul 1).

Was ist ein Integriertes energetisches Quartierskonzept (IEQK)?

Das IEQK ist ein vertiefendes Planungsinstrument für ein abgegrenztes Stadtquartier. Es untersucht, wie sich der Energieverbrauch in den Gebäuden senken und die Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien umstellen lässt. Im Gegensatz zur kWP, die Maßnahmen auf Gebietsebene festlegt, entwickelt das IEQK konkrete Maßnahmen auf Gebäudeebene. Diese basieren auf quartierstypischen Gebäudetypologien, also Gebäudegruppen mit ähnlichen Merkmalen. Ein maßgeschneiderter Maßnahmenfahrplan bindet Eigentümer:innen, Bewohner:innen und Energieversorger aktiv in den Transformationsprozess ein.

Was ist eine Machbarkeitsstudie für Wärmenetze (BEW Modul 1)?

Die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) ist das zentrale Förderprogramm des Bundes für den Aufbau und die Dekarbonisierung von Wärmenetzen. Die Machbarkeitsstudie nach BEW Modul 1 untersucht die technische und wirtschaftliche Umsetzbarkeit eines neu zu errichtenden Wärmenetzes mit mindestens 75 % erneuerbaren Energien und Abwärme. Sie beschreibt den spezifischen Pfad zur Treibhausgasneutralität und umfasst

  • die Analyse von Wärmebedarf und Wärmequellen,
  • das Netz- und Temperaturkonzept,
  • eine Wirtschaftlichkeitsberechnung mit Sensitivitätsanalyse sowie
  • die Betrachtung von Betriebs- und Geschäftsmodellen.

Das Ergebnis ist ein konkreter Entscheidungs- und Umsetzungsrahmen für die leitungsgebundene Wärmeversorgung.

Welche Förderungen gibt es für die kommunale Wärmeplanung?

Die Planungsleistungen werden über drei verschiedene Quellen finanziert. Die kommunale Wärmeplanung selbst zahlen die Länder ihren Kommunen als Ausgleich für die übertragene Aufgabe (Konnexitätsprinzip). IEQK und Machbarkeitsstudie laufen über Bundesförderungen. Alle drei Formate sind also förderfähig:

  • die kommunale Wärmeplanung (kWP) über Konnexitätszahlungen der Länder,
  • das integrierte energetische Quartierskonzept (IEQK) über das KfW-Programm 432 „Energetische Stadtsanierung“ und
  • die Machbarkeitsstudie über die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW), abgewickelt durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Warum die Umstellung der Wärmeversorgung jetzt entscheidend ist

Die Wärmewende ist neben Verkehr und Stromversorgung einer der zentralen Hebel zur Klimaneutralität und eröffnet zugleich Chancen für Versorgungssicherheit, Energieunabhängigkeit und kommunale Wertschöpfung. Wer frühzeitig und langfristig plant, spart hohe kurzfristige Anpassungskosten und gestaltet die Transformation aktiv.

Mehrwert für Kommunen

  • Attraktiver Wirtschafts- und Wohnstandort: Eine zukunftsfähige, bezahlbare Wärmeversorgung stärkt die Standortattraktivität für Unternehmen, Fachkräfte und neue Einwohner:innen.
  • Strategische Steuerung: Kommunen gestalten die Wärmeversorgung aktiv und vermeiden teure Fehlinvestitionen in auslaufende Infrastruktur.
  • Folgeförderungen sichern: kWP und IEQK schaffen die inhaltliche Grundlage für Umsetzungsförderungen wie BEW Modul 2, KfW 432 Baustein B und Landesförderungen.
  • Kommunale Wertschöpfung: Lokale Wärmequellen und regionale Versorgungsstrukturen stärken die Wirtschaftskraft vor Ort.
  • Klimaziele erreichen: Eine systematische Dekarbonisierung der Wärmeversorgung ist ein zentraler Hebel für kommunale Klimaneutralität.

Mehrwert für Bürger:innen und Gewerbe

  • Planungssicherheit: Klare Aussagen zur künftigen Versorgung ermöglichen informierte Entscheidungen bei Sanierung und Heizungsersatz.
  • Kostenstabilität: Erneuerbare, lokale Wärmequellen reduzieren die Abhängigkeit von fossilen Energiepreisen und Importrisiken.
  • Attraktive Fördermöglichkeiten: Eingebettet in ein IEQK profitieren Eigentümer von gebündelten Beratungs- und Förderangeboten.
  • Wohnqualität und Gesundheit: Energetische Sanierung und klimaresilienter Quartiersumbau verbessern Raumklima, Luftqualität und Hitzevorsorge.
  • Wertsicherung von Immobilien: Gebäude in versorgungssicheren, sanierten Quartieren behalten ihren Wert und sind zukunftsfähig aufgestellt.

Wärme-, Netz- und Quartiersplanung: Unsere Leistungen

Icon von Flipchart mit Grafik und Text

Kommunale Wärmeplanung (kWP)

  • Analyse von Wärmebedarf und Versorgungsinfrastruktur
  • Potenzialanalyse für Umweltwärme, Abwärme und erneuerbare Energien
  • Einstufung von Eignungsgebieten für Wärmenetze oder dezentrale Versorgung
  • Partizipation: Einbindung von Akteuren, Politik und Bürger:innen über den gesamten Prozess
  • Transformationsstrategie, Maßnahmenkatalog und Teilgebietssteckbriefe
Icon für Immobilien und Gebäude

Integriertes energetisches Quartierskonzept (IEQK)

  • Ganzheitliche Feinanalyse auf Quartiersebene: Gebäude, Versorgung, Mobilität und Vulnerabilitäten
  • Identifikation von Sanierungspotenzialen und erneuerbaren Wärmequellen
  • Partizipation: Maßnahmenentwicklung mit Eigentümer:innen und Bewohnenden
  • Detaillierte Maßnahmensteckbriefe
  • Umsetzungsfahrplan
Icon mit dem Wort CO2 in einer Wolke, darunter ein Pfeil als Symbol für Emissionsreduktion.

BEW-Machbarkeitsstudie

  • Erfassung von Wärmebedarf und potenziellen Wärmequellen
  • Entwicklung von Netzkonzept und Energiezentrale inkl. Variantenvergleich
  • Berechnung von Investitions- und Betriebskosten, LCOH, und Wirtschaftlichkeit (BAFA-Excel-Tool)
  • Beschreibung des Dekarbonisierungspfads
  • Bewertung von Geschäfts- und Betreibermodellen
  • Ableitung konkreter Maßnahmenpakete

Warum intep der richtige Partner für Sie ist

  • Erfahrung in kommunaler Energie- und Wärmeplanung: Wir haben Wärmepläne, Energiekonzepte und Quartierskonzepte unterschiedlicher Größe erarbeitet. Wir kennen die rechtlichen Anforderungen, die Besonderheiten kommunaler Entscheidungsprozesse und die relevanten Förderprogramme.
  • Partizipativ und praxisorientiert: Wir entwickeln keine Konzepte für die Schublade. Unsere Wärmepläne und Quartierskonzepte verbinden Gebäude, Versorgung, Mobilität und Klimafolgenanpassung zu einem stimmigen Gesamtbild, erfüllen die Förderkriterien und enthalten konkrete Umsetzungsschritte. Dafür binden wir Versorger, Politik und Betroffene früh ein.
  • Methodik und Tiefe: Unsere Planung verbindet GIS- und KI-gestützte Datenanalyse mit fundierter Fach- und Methodenkompetenz und kommunalpolitischem Verständnis. So entstehen Strategien und Maßnahmen, die technisch belastbar und praxisnah umsetzbar sind. 

Wärmeplanung starten: Wir begleiten Sie

Sie möchten wissen, was Ihre Kommune jetzt tun sollte oder wie ein erster Schritt zu einem nachhaltigen Dekarbonisierungspfad aussehen könnte? Sprechen Sie uns unverbindlich an. Wir helfen Ihnen, Pflicht in Strategie zu verwandeln.

Ihre Ansprechpersonen für Wärme- und Energieplanung

Senior Consultant

Stefan Schmied

Stefan Schmied, Senior Consultant bei intep
Senior Consultant

Katrin Smit

Häufige Fragen zur kommunalen Wärmeplanung

Was ist der Unterschied zwischen kommunaler Wärmeplanung und energetischem Quartierskonzept?

Die kommunale Wärmeplanung (KWP) betrachtet das gesamte Gemeindegebiet strategisch und ist gesetzlich vorgeschrieben. Das integrierte energetische Quartierskonzept (IEQK) vertieft die Planung auf Quartiersebene, entwickelt konkrete Maßnahmen für Gebäudesanierung und lokale Versorgungsinfrastruktur und ist förderfähig über BEW und KfW 432. Beide Instrumente ergänzen sich optimal. 

Bis wann müssen Kommunen in Deutschland einen Wärmeplan vorlegen?

Kommunen mit mehr als 100.000 Einwohnern müssen bis zum 30. Juni 2026 einen Wärmeplan vorlegen, Kommunen zwischen 10.000 und 100.000 Einwohnern bis zum 30. Juni 2028. Für kleinere Gemeinden gilt eine Soll-Regelung. 

Welche Förderungen gibt es für Wärmeplanung, Quartierskonzepte und Machbarkeitsstudien in Deutschland?

Für die kommunale Wärmeplanung stehen Konnexitätszahlungen bereit. Integrierte energetische Quartierskonzepte werden über die KfW «Energetische Stadtsanierung – Zuschuss (432)» mit bis zu 90 % gefördert. Machbarkeitsstudien nach BEW Modul 1 werden durch die BAFA mit bis zu 50 % gefördert. Intep unterstützt bei der Antragstellung und berät, welcher Förderweg am besten zu Ihrer Ausgangslage passt. 

Was brauchen wir um loszulegen?

Für den Einstieg in die Wärmeplanung sind keine flächendeckenden Datensätze erforderlich. Hilfreich sind Energieverbrauchsdaten, Informationen zur bestehenden Versorgungsinfrastruktur und für die Planung relevanten Konzepten sowie Ansprechpersonen für Tiefbau, Stadtplanung und Klimaschutz. Intep erörtert beim Erstgespräch Ihre konkreten Vorstellungen,  und gibt einen Ausblick auf ein mögliches Vorgehen und den Zeithorizont. Sprechen Sie uns an – wir finden gemeinsam den richtigen Einstieg für Ihre Kommune.