Wir erstellten für 15 relevante Nebenströme – darunter Molke, Weizenkleie, Melasse, Rapspresskuchen, Biertrester, Okara, Kaffeesatz sowie Fleisch- und Geflügelinnereien – vergleichende Ökobilanzen. Für jeden Nebenstrom wurden zwei bis drei Valorisierungswege und fünf bis sechs Verwertungsoptionen definiert. Die Umweltauswirkungen wurden anhand von Umweltbelastungspunkten (UBP) nach der Methode der ökologischen Knappheit sowie über Treibhausgasemissionen bewertet. Berücksichtigt wurden sowohl die zusätzlichen Umweltbelastungen der Prozesse als auch der Nutzen durch den Ersatz anderer Produkte.
Die Ergebnisse zeigen, dass die meisten Valorisierungs- und Verwertungswege einen positiven Umweltnutzen aufweisen. Besonders die Valorisierung – also die Verarbeitung zu Lebensmitteln – bietet meist den höchsten ökologischen Vorteil, insbesondere wenn dadurch primäre, umweltintensive Produkte ersetzt werden. Auch die energetische Verwertung kann sinnvoll sein, vor allem wenn sie fossile Energieträger substituiert. Die Nutzung als Tierfutter kann je nach Nebenstrom ebenfalls ökologisch vorteilhaft sein. Der Nutzen hängt stark davon ab, welches Produkt durch das Nebenprodukt ersetzt wird.
Die Studie zur Valorisierung von Nebenströmen unterstützt die Priorisierung verschiedener Nutzungspfade in der Industrie und zeigt, wie die Aufwertung von Nebenströmen zur Erreichung der Ziele des Aktionsplans gegen Lebensmittelverschwendung beitragen kann.