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Ökobilanzen für Nebenströme der Lebensmittelindustrie

Auftraggeber:in

Bundesamt für Umwelt BAFU

Zeitraum

2023–2026

Ergebnis

Ökobilanzen für 15 Nebenströme der Lebensmittelindustrie
Ökologische Priorisierung der Verwertungs- und Valorisierungswege

Die Schweizer Regierung will die Verschwendung von Lebensmitteln bis 2030 halbieren, unter anderem durch eine bessere Nutzung von Beiprodukten der Lebensmittelindustrie. Für 15 relevante Nebenströme verglichen wir verschiedene Wege der Weiterverarbeitung – ob zur Produktion neuer Lebensmittel, Futtermittel oder zur Energieerzeugung – im Hinblick auf ihre Umweltwirkung.

Die Ausgangslage

In der Schweiz landet über ein Drittel der produzierten Lebensmittel im Abfall – mit deutlichen Auswirkungen auf die Umwelt. Vor diesem Hintergrund startete die Schweizer Regierung 2022 den „Aktionsplan gegen Lebensmittelverschwendung“. Ein Kernansatz ist, Beiprodukte aus der Lebensmittelherstellung ökologisch sinnvoll einzusetzen. Nebenströme wie Molke, Weizenkleie oder Poulet-Innereien werden bislang oft als Tierfutter oder zur Biogasproduktion genutzt, obwohl die Weiterverarbeitung zu neuen Lebensmitteln große Potenziale birgt.

Vor diesem Hintergrund erhielt intep den Auftrag, 15 bedeutende Nebenströme genauer zu untersuchen und verschiedene Möglichkeiten der Valorisierung (Verarbeitung zu Lebensmitteln) und Verwertung (z.B. Einsatz als Futtermittel oder zur Energiegewinnung) hinsichtlich ihrer Umweltbelastungen zu bewerten. Basis dafür ist die Methode der Ökobilanzierung (Lebenszyklusanalyse, LCA).

Unser Beitrag

Wir erstellten für 15 relevante Nebenströme – darunter Molke, Weizenkleie, Melasse, Rapspresskuchen, Biertrester, Okara, Kaffeesatz sowie Fleisch- und Geflügelinnereien – vergleichende Ökobilanzen. Für jeden Nebenstrom wurden zwei bis drei Valorisierungswege und fünf bis sechs Verwertungsoptionen definiert. Die Umweltauswirkungen wurden anhand von Umweltbelastungspunkten (UBP) nach der Methode der ökologischen Knappheit sowie über Treibhausgasemissionen bewertet. Berücksichtigt wurden sowohl die zusätzlichen Umweltbelastungen der Prozesse als auch der Nutzen durch den Ersatz anderer Produkte.

Die Ergebnisse zeigen, dass die meisten Valorisierungs- und Verwertungswege einen positiven Umweltnutzen aufweisen. Besonders die Valorisierung – also die Verarbeitung zu Lebensmitteln – bietet meist den höchsten ökologischen Vorteil, insbesondere wenn dadurch primäre, umweltintensive Produkte ersetzt werden. Auch die energetische Verwertung kann sinnvoll sein, vor allem wenn sie fossile Energieträger substituiert. Die Nutzung als Tierfutter kann je nach Nebenstrom ebenfalls ökologisch vorteilhaft sein. Der Nutzen hängt stark davon ab, welches Produkt durch das Nebenprodukt ersetzt wird.

Die Studie zur Valorisierung von Nebenströmen unterstützt die Priorisierung verschiedener Nutzungspfade in der Industrie und zeigt, wie die Aufwertung von Nebenströmen zur Erreichung der Ziele des Aktionsplans gegen Lebensmittelverschwendung beitragen kann.

 

Ihre Ansprechpersonen

Consultant

Stefanie Mäder

Co-Geschäftsführerin Standort Zürich
Leiterin Bereich Umwelt- & Ressourcenmanagement

Martina Alig